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Bujalance

Die kleine Stadt Bujalance, ungefähr 45 Kilometer östlich von Córdoba, spielte im Laufe der Jahrhunderte eine bedeutende Rolle in der Region. Bereits zu Zeiten des römischen Imperiums erfreute sich der Ort dank seiner Lage an der Heerstraße, die die Städte Corduba und Castulo verband, einer gewissen Bedeutung.

Unter der maurischen Herrschaft wurde die Stadt mit der Errichtung der Festung Bury al-Hansh, was soviel wie Schlangenturm bedeutet, zu einem befestigten Ort, der den Zugang nach Córdoba überwachte. Im 13. Jahrhundert war die Ortschaft unter der Bezeichnung “Burialhanc” bzw. “Bujalhance” bekannt, von der sich der heutige Stadtname herleitet.

Nach der Rückeroberung durch die Christen erlebte Bujalance ab der Mitte des 15. Jahrhunderts einen bedeutenden Aufschwung. Der starke Anstieg der Bevölkerungszahlen machte den Ort binnen kurzer Zeit zur Reichsstadt mit der größten Bevölkerung nach Córdoba. Im Jahr 1594 gelang es der Stadt durch königlichen Erlass, sich endgültig von der Gerichtsbarkeit Córdobas zu lösen. Außerdem verlieh der Monarch Felipe IV dem Ort das Stadtrecht und das Recht einen Jahrmarkt in der Zeit vom 26. August bis 12. September abzuhalten. Bujalance errang auch das Recht, an Samstagen einen Wochenmarkt zu veranstalten.

Erwähnenswerte Begebenheiten aus den vergangenen beiden Jahrhunderten sind die Teilnahme der Stadt am spanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die französische Besetzung und der Aufstand der Landbevölkerung zu Zeiten der Zweiten Republik.

Dank ihres historischen und kulturellen Erbes wurde die Altstadt von Bujalance im Jahr 1983 als Conjunto histórico-artístico unter besonderen Schutz gestellt. Von den zahlreichen Monumenten sind insbesondere die nachstehend aufgeführten Sehenswürdigkeiten empfehlenswert.

Monumente und Museen

Festung Alcazaba
Die zu Zeiten der Herrschaft des Kalifen Abderramán III errichtete Festung ist ein klares Beispiel für die muselmanische Militärarchitektur in al-Ándalus. In späterer Zeit vorgenommene Änderungen haben ihr schließlich ihr heutiges Aussehen gegeben. Mit ihrem rechteckigen Grundriss umfasste die Festung ungefähr 3.000 Quadratmeter. Von den einstmals sieben Türmen, die die Anlage gegen Überfälle schützten, haben allerdings nur zwei die Wirren der Jahrhunderte überdauert, der Torre de la Mazmorra (Kerkerturm) und der Torre de las Palomas (Taubenturm). Der ursprüngliche Name der Festung, Bury al-Hansh, bedeutet Torre de la Serpiente (Schlangenturm), von dem sich in späterer Zeit der Name der Ortschaft herleitete. Im Jahr 1963 wurde die Festung als monumento histórico-artístico unter Schutz gestellt. Ihr Waffenhof wird während der Sommermonate alljährlich zur Veranstaltung des Festival de Teatro, Música y Danza (Noches en la Alcazaba) und der Cena Andalusí genutzt.

Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción
Die wegen ihrer enormen Ausmaße auch als Kathedrale der Campiña bekannte Pfarrkirche, erhebt sich inmitten der historischen Altstadt Bujalances. Ihre Erbauung erfolgte wahrscheinlich über einer anderen Kirche, die nach der Eroberung der Stadt durch Fernando III an der Stelle einer ehemaligen Moschee errichtet worden war. Im Stil der Gotik-Renaissance errichtet, zeichnen sich die Gewölbe und Bögen durch Spitzbögen aus. Ihre Erbauung wird den Baumeistern Hernán Ruiz I, Hernán Ruiz II und Hernán Ruiz III zugeschrieben. Das dreischiffige Kirchengebäude hat einen rechteckigen Grundriss. Die drei Schiffe sind durch in Spitzbögen endenden Pfeilern voneinander getrennt. Die Kirche hat keine Vierung. Zu beiden Seiten erstreckt sich eine Reihe von Kapellen. Der Altarretabel zeigt sich im Renaissance-Stil. Er wurde von Guillermo de Orta und Andrés de Castillejo gefertigt. Die Malereien stammen von Leonardo Enríquez de Navarra. Der Altaraufsatz und die sechseckige Kammer zu Ehren der Virgen del Rosario und die von dem Goldschmied aus Córdoba Damián de Castro geschaffene Monstranz sind weitere Sehenswürdigkeiten dieser Kirche. Ein interessanter Fakt ist, dass der Kirchturm nach der Giralda in Sevilla der zweithöchste Turm in ganz Andalusien ist und mit seinen 55 m nicht nur charakteristisch die Silhouette der Stadt prägt, sondern auch aus weiter Entfernung ihre Lage anzeigt.

Pfarrkirche San Francisco
Die als Perle des andalusischen Barock eingestufte Pfarrkirche San Francisco datiert aus dem Jahr 1530. Nachdem ein Großbrand das Kirchengebäude 1936 komplett zerstört hatte, wurde die Kirche im Jahr 1952 wieder aufgebaut. Bei ihr handelt es sich um die zweitwichtigste Kirche der Stadt. Hier befindet sich die Kapelle zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis, der Schutzpatronin der Stadt. Sehenswert sind ebenfalls die Figur des Cristo de la Buena Muerte, die in der Werkstatt von Antonio Castillo Lastrucci entstand, sowie der in Backstein errichtete barocke Glockenturm. Der Turm besteht aus fünf Körpern und wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Die oberen Körper des Turmes weisen ein gewisse Ähnlichkeit mit dem Glockenturm der Mezquita-Kathedrale von Córdoba auf.

Rathaus
Das erst kürzlich renovierte Rathaus befindet sich an der Nordseite des Marktplatzes und ist in einem Gebäude untergebracht, das Ende des 17. Jahrhunderts zu Zeiten Carlos II. erbaut wurde. Über seine gesamte Länge verläuft ein 18 m langer Balkon, der das Rathaus mit der Pfarrkirche Parroquia de la Asunción verbindet. Linkerhand liegt ein gewölbeartiger Durchgang, der als El Arco bekannt ist und zum ehemaligen Städtischen Kornspeicher führt. Im Gebäudeinneren sind verschiedene Gemälde des hiesigen Künstlers Francisco Benítez Mellado ausgestellt.

Plaza Mayor
Der auch unter der Bezeichnung Plaza de los Naranjos (Orangenplatz) bekannte rechteckige Hauptplatz des Ortes wird auf seiner Nordseite von dem Rathaus begrenzt. An seinen beiden Längsseiten stehen meist schlichte, zweistöckige Gebäude, deren weißgekalkte Fassaden dem Platz ein homogenes Aussehen verleihen. Bei der letzten Umgestaltung des Platzes im Jahr 2006 erhielt dieser sein ursprüngliches Aussehen zurück.

Herrenhäuser
Mit ungefähr 50 Herrenhäusern und Palästen kann Bujalance mit Stolz von sich behaupten, einer der Orte mit der größten Zahl an mit Wappenschilden verzierten Steinfassaden zu sein. Die Mehrzahl dieser Gebäude datiert aus dem 17. und 18. Jahrhundert und fällt damit in die Epoche, in der sich die Stadt wirtschaftlich auf ihrem Höhepunkt befand.

Monasterio de San José y Santa Teresa
Die im Jahr 1708 errichtete einschiffige Klosterkirche ist insbesondere wegen ihres Altarretabels im Barock-Stil sowie verschiedener Gemälde und Kunststücke der Goldschmiedekunst Córdobas des 17. Jahrhunderts sehenswert. Das Kloster gehört dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten an.

Hospital von San Juan de Dios
Im Jahr 1542 gegründet, ist das Hospital von San Juan de Dios insbesondere wegen seines Kreuzganges und der angeschlossenen Hospitalkirche sehenswert. Beide stammen aus dem 17. Jahrhundert. Im Innenraum der von einem Tonnengewölbe bedeckten Kirche befinden sich Wandmalereien von Antonio de Contreras.

Eremitage Vera Cruz
Diese kleine Einsiedelei präsentiert sich ihren Besuchern im schlichten andalusischen Stil. Obwohl sie bereits aus dem 16. Jahrhundert datiert, wurde sie später mehrfach umgebaut. Die letztere bedeutende Umgestaltung erfolgte nach Ende des Spanischen Bürgerkrieges, bei dem sie schwer beschädigt worden war. In ihrem Inneren befindet das Kulturerbe einer der ältesten und bedeutendsten Bruderschaften Bujalances, die Bruderschaft vom Heiligen Kreuz (Vera Cruz).

Eremitage Nuestro Padre Jesús
Diese Einsiedelei liegt außerhalb der Ortschaft auf einem Hügel. Von hier aus bietet sich eine eindrucksvolle Aussicht über das vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Umland. Der Aufstieg zu der Einsiedelei erfolgt über einen Kreuzweg (Vía Crucis), einem beidseitig mit übermannsgroßen Steinkreuzen begrenzten Wallfahrtsweg, auf dem der Betende die Leidensstationen Jesu Christi nachempfindet.

Die Kapelle der Eremitage wurde erstmalig im Jahr 1580 erwähnt. In ihrem Inneren befinden sich bedeutende Skulpturen wie die von Nuestro Padre Jesús Nazareno, Simon von Cyrene und von der Virgen de los Dolores (Schmerzensmutter).

Heimatmuseum “El hombre y su medio”
Das in dem ehemaligen städtischen Kornspeicher untergebrachte Heimatmuseum “El hombre y su medio” (Der Mensch und seine Umwelt) beherbergt eine umfangreiche Sammlung an archäologischen Fundstücken verschiedener Epochen sowie Fossilien, Modellbauten, Fotografien und andere Dokumente, die es dem Besucher erlauben, eine Reise durch die Vergangenheit des Ortes anzutreten.


Kontakt

Städtisches Tourismusbüro
C/ Veintiocho de Febrero 4
14650 Bujalance
Tel.: (+34) 957 - 17 12 89
Email: turismo@bujalance.es
Web: www.bujalance.es

Öffnungszeiten:
Montag - Samstag: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr
An Feiertagen nach Voranmeldung.


Örtliche Volksfeste und Traditionen 2017

 

  • 5. Januar: Der Dreikönigstag wird mit dem traditionellen Festumzug der Heiligen Drei Könige gefeiert.
  • Erstes Februarwochenende: An Mariä Lichtmess werden auf den Plätzen und Straßen der Stadt Lagerfeuer abgebrannt.
  • La Botijuela: Dieses Volksfest fällt mit dem Ende der Olivenernte zusammen.
  • 9. bis 16. April: Die Karwochenfeierlichkeiten von Bujalance sind mit Auszeichnung Interés Turístico Nacional Andalusiens als besonders sehenswert eingestuft worden.
  • Erstes Maiwochenende: Fiesta del Joyo und Wettbewerb um das schönste Maikreuz. Kostenlose Verkostung von Joyos (Stück Brot, über das Olivenöl gegossen wird) mit Kabeljau und Saubohnen.
  • Wochenende um den 15. Mai: Romería de San Isidro Labrador. Wallfahrt zu Ehren des Schutzpatrons der Bauern mit Festumzug.
  • 29. Juni: Verbena de San Pedro (Stadtteilfest), das auf der Plaza de Santa Ana gefeiert wird.
  • 22. Juli: Verbena de La Magdalena (Stadtteilfest), das auf der Calzada de Jesús Nazareno stattfindet.
  • 25. Juli: Verbena de Santiago (Stadtteilfest), das in dem Stadtviertel Santa Cruz gefeiert wird.
  • 6. August: Verbena de San Roque (Stadtteilfest), das in dem Stadtviertel San Roque gefeiert wird.
  • 11. - 15. September: Feria Real (Großer Jahrmarkt) mit Festumzug und Veranstaltungsprogramm.
  • 8. Dezember: Día de la Inmaculada Concepción del Voto. (Hochfest zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis), der Schutzpatronin von Bujalance.
  • 31. Dezember: An Silvester ist es Brauch, dass sich die Bewohner kostümieren.

 

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